Pastorale Leitgedanken

In der pastoralen Konzeption der Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel sind die Leitgedanken formuliert, an denen wir uns auf dem Weg zu einer lebendigen und lebenswerten Pfarrei 2030 orientieren wollen. Sie zeigen die Schwerpunkte auf, die wir setzen und die für uns bei der Umsetzung der finanziellen Vorgaben des Bistums handlungsleitend sind.

Im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses gab es unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligung. Neben einer intensiven Arbeitsgruppenphase, an der sich über 60 Pfarreimitglieder aus allen Gemeinden beteiligten, fanden eine Auftaktveranstaltung sowie ein Zukunftstag, an dem die AG-Ergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden, statt. Während des Zukunftstags gab es zudem die Möglichkeit, in zehn verschiedenen Workshops pastorale Zukunftsthemen zu gestalten. Die Pfarreijugend war zusätzlich über ein eigenes Veranstaltungsformat, den Jugend-PEP eingebunden. Die Ergebnisse der beiden Jugend-PEP-Treffen flossen ebenfalls in die pastorale Konzeption sowie die Entscheidung zur Umsetzung mit ein. Zu allen Veranstaltungen waren auch Nichtmitglieder unserer Pfarrei eingeladen. Des Weiteren bestand für Pfarreimitglieder und Verbände/Gruppen die Möglichkeit, sich durch die Teilnahme an Umfragen aktiv in den Prozess einzubringen. Auf pastoraler Ebene fanden darüber hinaus Gespräche mit den Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen Kirchen in den Stadtteilen und dem Kita-Zweckverband statt.

Ihre Struktur erhalten die Leitgedanken durch die vier kirchlichen Grundvollzüge Verkündigung, Liturgie, Dienst am Nächsten und Gemeinschaft.

  1. Verkündigung (Martyria)
  • Wir stärken das allgemeine Priestertum – im Bewusstsein wie im Handeln. Zur Gestaltung geistlicher Angebote aktivieren wir in den Gemeinden vorhandene Begabungen. Gemeindemitglieder schaffen Orte der Gemeinschaft und der Verkündigung jenseits von Gemeindebauten.
  • Wir machen Angebote zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben, der eigenen Spiritualität. Die Unterstützung der Selbstvergewisserung ist wichtig, um im Alltag authentisch als Christen handlungsfähig und wahrnehmbar zu sein.
  • Wir beziehen das Evangelium und Wirken Christi stärker auf das Alltagsgeschehen der Gläubigen. Dies beispielsweise dadurch, dass aktuelle Themen in den Predigten aufgegriffen werden, die auch junge Menschen ansprechen. Das Wirken der Verbände und Gruppierungen wird stärker in das Zentrum der Gemeinschaft gerückt.
  • Wir nutzen die räumliche Vielfalt in den Gemeinden. Neben Kirchen oder anderen explizit sakralen Orten (z.B. Kapellen in Altenheimen oder Krankenhäusern) findet Verkündigung auch an anderen Orten statt, wie im öffentlichen Raum oder in Kooperation mit den evangelischen Gemeinden. Vorhandene Räumlichkeiten werden flexibel und kooperativ
  1. Liturgie (Leiturgia)
  • Wir stellen den Zugang zur sonntäglichen Eucharistiefeier möglichst an mehreren Orten in der Pfarrei sicher, so lange die Personalsituation und das pastorale Konzept es zulassen. Denn die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens (LG 11).
  • Wir überprüfen kontinuierlich die liturgischen Angebote in unserer Pfarrei. Ziel ist die Vielfalt in der Liturgie, hierbei sind auch spezifische Schwerpunktsetzungen in an einzelnen Orten denkbar.
  • Wir unterstützen hauptamtliche Liturginnen und Liturgen in ihrer Arbeit durch ausgebildete ehrenamtliche Wort-Gottesfeier-Leiterinnen und ‑Leiter.
  • Wir bieten interessierten Gemeindemitgliedern sowie den Verbänden und Gruppen die Möglichkeit liturgische Angebote mit zu gestalten und selber anzubieten. Im Fokus stehen dabei explizit Familien und Jugendliche, die aktiv einbezogen werden.
  • Wir tragen der Tatsache Rechnung, dass das Wissen um Liturgie und Sakramente unterschiedlich ist. Deshalb bemühen wir uns um ein differenziertes Gottesdienstangebot. Wir wollen eine Gottesdienstkultur, die lebensdienlich ist, möglichst viele Menschen anspricht und sie mit Gott in Berührung bringt.
  1. Dienst am Nächsten (Diakonia)
  • Wir schaffen Strukturen und bieten Möglichkeiten für Menschen, die Unterstützung brauchen. Diese Unterstützung erhalten sie entweder durch das aktive Tun einzelner Gemeindemitglieder oder durch Angebote der Pfarrei. Unser Dienst am Nächsten und der Nächsten sind unabhängig von Kirchensteuerzahlungen.
  • Wir unterstützen die caritativ wirkenden Gruppen in der Pfarrei bei der Vernetzung, untereinander und mit den Institutionen in den Stadtteilen.
  • Wir fördern den Dienst am Nächsten durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit zu Aktionen und Projekten.
  • Wir stärken das ehrenamtliche Engagement als Basis der organisierten Diakonia in unserer Pfarrei durch Akzeptanz und Wertschätzung. Eine Anpassung der Strukturen wie z.B. das Angebot zeitlich oder thematisch befristeter Projekte, wird unterstützt.
  1. Gemeinschaft (Koinonia)
  • Wir verstehen Gemeinschaft als Möglichkeit, alle Menschen, die an Gott oder unserer Pfarrei interessiert sind, zusammenzubringen – egal ob kirchennah, -fern oder -kritisch.
  • Wir schaffen Räume für Zusammenkunft und Begegnung, die auf die Bedürfnisse der Menschen und Gruppen in unserer Pfarrei ausgerichtet, entsprechend ausgestattet und erreichbar sind.
  • Wir unterstützen die Träger von Gemeinschaft, z.B. Familien, Gruppen und Verbände. Wir fördern die Vernetzung innerhalb der Gemeinden, der Pfarrei und darüber hinaus.
  • Wir sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche in unserer Pfarrei ihren Platz finden können. Die Freiräume, Kreativität und Spontaneität der Jugend ist wichtig, um anstehende Umbrüche in den Gemeinden dauerhaft zu gestalten.
  • Wir brauchen und fördern die Eigenständigkeit der Gemeinschaften. Wichtig ist eine Struktur für die Pfarrei und in den Gemeinden, die dies ermöglicht.
  • Wir machen Angebote, die Gemeinschaft schaffen, dabei spielen Projekte, Feste und gemeinsam genutzte Orte eine wichtige Rolle.
  • Wir sehen Ökumene als Bestandteil gelebter Gemeinschaft.

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