Prämissen

Die nachfolgend formulierten Prämissen greifen den Beratungsprozess der Pfarreigremien auf und sollen helfen, in Pfarrei und Gemeinden zu tragfähigen Lösungen zu kommen:

  • Im Zuge der notwendigen Einsparungen im Pfarreientwicklungsprozess können nicht alle Gebäude erhalten werden. Bis spätestens 2025 wird das Standortkonzept weiter entwickelt.
  • Es wird zunächst eine A-Kirche erhalten, für die die vom Bistum angesetzten Rücklagen gebildet werden. Eine Entscheidung zu einer möglichen zweiten A-Kirche fällt spätestens 2025. Voraussetzung dafür wäre, dass eine entsprechende Rücklage nachgewiesen werden kann.
  • Spätestens im Jahr 2023 erfolgt eine erste Evaluation der finanziellen und pastoralen Entwicklung in der Pfarrei. Dafür sind geeignete Kriterien zu entwickeln.
  • Über Reparaturarbeiten bei B-Kirchen ist im Einzelfall zu entscheiden.
  • Es wird angestrebt, einen Gebäude-Fonds zu gründen, in den z.B. für Bau- und Erhaltungsmaßnahmen von A-Gebäuden gesammelte Spenden einfließen. Die Schönheitsreparaturen bei A-Gebäuden werden auch weiterhin von den Gemeinden finanziert.
  • In allen Gemeinden werden Gespräche mit den evangelischen Schwestergemeinden gesucht. Ziel ist es, in mindestens zwei Gemeinden gebäudeteilige Kooperationen, auch im Hinblick auf die Kirchengebäude, zu erreichen.
  • Die pastoralen Angebote werden auf Grundlage der Pastoralen Leitgedanken weiterentwickelt.
  • Die inhaltliche Weiterentwicklung der Standorte mit Blick auf die Situation und Notwendigkeiten der Gesamtpfarrei liegt in der Verantwortung der Gemeinden.
  • Eine engere Zusammenarbeit innerhalb der Pfarrei wird angestrebt.
  • In allen Gemeindeheimen müssen Anstrengungen zur Verbesserung der Kosten-, Belegungs- und Ertragssituation unternommen werden. Dazu werden kreative Lösungen und mögliche Kooperationspartner
  • Es muss ein besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden weiterhin möglich ist. Der Wunsch der Jugend nach eigenverantwortlicher Raumnutzung ist dabei zu berücksichtigen.
  • Der Weiterbetrieb von Mietobjekten wird mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit (Erträge, Sanierungsbedarf etc.), den Gebäudezusammenhang mit anderen Pfarreiimmobilien sowie die mögliche Zukunftsperspektive entschieden.
  • Die Friedhöfe müssen im Hinblick auf die Finanzsituation der Pfarrei eigenwirtschaftlich betrieben werden, da sie sonst den Pfarreihaushalt belasten. Friedhöfe mit kritischer Finanzsituation müssen ggf. stillgelegt werden.
  • Die Koordinierungsgruppe wird einen Entwurf für den Prozess nach dem Prozess erarbeiten und in einer gemeinsamen Sitzung den Gremien (Pastoralteam, PGR, KV) vorlegen.

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Wirtschaftliche Konzeption

Drei wesentliche Vorgaben der Bistumsleitung wurden bei der Erstellung der wirtschaftlichen Konzeption berücksichtigt:

  • In jeder Pfarrei muss mindestens eine Kirche dauerhaft erhalten bleiben (A-Gebäude).
  • Für A-Gebäude müssen von der Pfarrei Rücklagen gebildet werden. Diese Rücklagen und die dazugehörigen Instandhaltungszuschüsse des Bistums können nur für A-Gebäude genutzt werden.
  • Das wirtschaftliche Ergebnis der Pfarrei muss auf Basis des vorgelegten Wirtschaftsplans bis ins Jahr 2030 über alle Jahre hinweg größer oder gleich Null sein.

Die von den Gremien verabschiedete wirtschaftliche Konzeption legt die Pfarrkirche Herz Jesu in Burgaltendorf als A-Gebäude fest. Alle anderen Kirchen in der Pfarrei erhalten den Status als B-Gebäude. Für diese B-Gebäude werden keine Instandhaltungsrücklagen gebildet. Bei jeder Instandhaltungsmaßnahme muss im Einzelfall entschieden werden, ob die Nutzung der Kirche unter pastoralen Gesichtspunkten weiter wichtig für die Pfarrei ist und ob entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Zusätzlich wird das Gemeindeheim St. Josef in Kupferdreh als A-Gebäude langfristig erhalten. Der Betrieb und die Erhaltung aller anderen Heime werden langfristig vor Ort geregelt und finanziert werden müssen. Aktuell werden bereits die Gemeindeheime St. Barbara und St. Mariä Geburt von Fördervereinen betrieben. Ab 2020 sollen die Gemeindeheime Herz Jesu und St. Mariä Heimsuchung folgen. Die Gemeindeheime St. Suitbert und St. Georg sollen ab 2027 ebenfalls von Fördervereinen betrieben werden.

Weitere Veränderungen im Bereich der Liegenschaften werden bei den Mietobjekten angestrebt. Hier sind schon Projekte in Planung, z.B. die Entwicklung des Geländes Alte Hauptstr. 64 (Pastorat Herz Jesu) für seniorengerechtes „Wohnen mit Service“. Bei anderen Standorten muss geprüft werden, welche für den Pfarreihaushalt günstigen Möglichkeiten zur weiteren Entwicklung es gibt. Dies vor allem mit Blick auf anstehende Sanierungsmaßnahmen.

Im Personalbereich wird es ebenfalls zu Einsparungen kommen. Veränderungen hier soll es dann geben, wenn hauptamtlich Beschäftigte aus dem aktiven Erwerbsleben ausscheiden. Geplant sind eine Stellenkürzung im Bereich der Kirchenmusik sowie die Übernahme von Küster- und Hausmeisterdiensten im Ehrenamt.

Die getroffene Vereinbarung zur Gebäudekategorisierung verschafft unserer Pfarrei etwas Luft. Gravierende Einschnitte, wie sie im Zuge des Pfarreientwicklungsprozesses aus anderen Pfarreien des Bistums Essen berichtet werden, stehen zunächst noch nicht an. Das darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass langfristig nicht alle Gebäude der Pfarrei erhalten werden können.

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Zum Abschluss des Pfarreientwicklungsprozesses muss jede Pfarrei im Bistum Essen ein sogenanntes Votum beim Bischof abgeben. Im Votum wird beschrieben, wie sich die Pfarrei pastoral und wirtschaftlich aufstellt, um den Herausforderungen bis ins Jahr 2030 gewachsen zu sein. Unser Votum wurde am 19. Oktob4er 2017 von den Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand verabschiedet. Die Entscheidungen zur pastoralen und wirtschaftlichen Zukunft der Pfarrei leiten sich ab aus der Ausgangslage, der Ist-Situation der Pfarrei, und aus dem Prozess selbst. Mit Blick auf den Prozessverlauf wird ein besonderes Augenmerk auf die Beteiligungsformen, die Öffentlichkeitsarbeit, die Vernetzung und die Ökumene gelegt. Das Votum wird im Anhang u.a. ergänzt durch die Berichte der pastoralen Arbeitsgruppen, die sogenannten Konkretisierungen, sowie die Auswertungen der Verbands- und Mitgliederumfrage.

Bischof Franz-Josef Overbeck hat am 6. April 2018 unser Votum bestätigt. Er attestiert uns eine "solide Konzeption", dankt für die geleistete Arbeit und ermutigt uns, die noch offenen Fragen mit "Mut, Geschick und Ausdauer" anzugehen.

Das Votum kann als pdf-Datei (132 Seiten, 5,5 MB) hier heruntergeladen werden. Es liegt in gedruckter Form ab 20.03.2018 an mehreren Stellen der Pfarrei aus. Hier finden Sie Orte und Zeiten, zu denen eine Ansicht möglich ist. In unserem Info-Flyer, der zusammen mit dem JUPP 1-2018 an die katholischen haushalte auf der Ruhrhalbinsel verteilt wird, werden die wesentlichen Entscheidungen des Votums zusammengefasst.

Die Pastoralen Leitgedanken wurden inhaltlich abgeleitet aus den Ergebnissen der Workshops zu verschiedenen pastoralen Themenfeldern am Zukunftstag und den Ideen, die in den verschiedenen pastoralen PEP-Arbeitsgruppen entwickelt wurden. Im Unterschied zu vielen, recht konkreten Vorschlägen der Arbeitsgruppen sind die Leitgedanken bewusst eher abstrakt gehalten. Die Ideen der verschiedenen Arbeitsgruppen konkretisieren im Anhang des Votums die Leitgedanken.

Die wirtschaftliche Konzeption ist maßgeblich für die Zukunft der pastoral genutzten Gebäude in der Pfarrei. Weitere Bestandteile sind außerdem die Personalplanung sowie die Überlegungen zum weiteren Umgang mit den Mietimmobilien.

 Die ebenfalls von den Pfarreigremien verabschiedeten Prämissen greifen die Beratungen der Gremien auf und sollen helfen, den notwendigen "Prozess nach dem Prozess" zu unterstützen.

 Votum Deckblatt

Pastorale Leitgedanken

In der pastoralen Konzeption der Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel sind die Leitgedanken formuliert, an denen wir uns auf dem Weg zu einer lebendigen und lebenswerten Pfarrei 2030 orientieren wollen. Sie zeigen die Schwerpunkte auf, die wir setzen und die für uns bei der Umsetzung der finanziellen Vorgaben des Bistums handlungsleitend sind.

Im Rahmen des Pfarreientwicklungsprozesses gab es unterschiedliche Möglichkeiten der Beteiligung. Neben einer intensiven Arbeitsgruppenphase, an der sich über 60 Pfarreimitglieder aus allen Gemeinden beteiligten, fanden eine Auftaktveranstaltung sowie ein Zukunftstag, an dem die AG-Ergebnisse vorgestellt und diskutiert wurden, statt. Während des Zukunftstags gab es zudem die Möglichkeit, in zehn verschiedenen Workshops pastorale Zukunftsthemen zu gestalten. Die Pfarreijugend war zusätzlich über ein eigenes Veranstaltungsformat, den Jugend-PEP eingebunden. Die Ergebnisse der beiden Jugend-PEP-Treffen flossen ebenfalls in die pastorale Konzeption sowie die Entscheidung zur Umsetzung mit ein. Zu allen Veranstaltungen waren auch Nichtmitglieder unserer Pfarrei eingeladen. Des Weiteren bestand für Pfarreimitglieder und Verbände/Gruppen die Möglichkeit, sich durch die Teilnahme an Umfragen aktiv in den Prozess einzubringen. Auf pastoraler Ebene fanden darüber hinaus Gespräche mit den Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen Kirchen in den Stadtteilen und dem Kita-Zweckverband statt.

Ihre Struktur erhalten die Leitgedanken durch die vier kirchlichen Grundvollzüge Verkündigung, Liturgie, Dienst am Nächsten und Gemeinschaft.

  1. Verkündigung (Martyria)
  • Wir stärken das allgemeine Priestertum – im Bewusstsein wie im Handeln. Zur Gestaltung geistlicher Angebote aktivieren wir in den Gemeinden vorhandene Begabungen. Gemeindemitglieder schaffen Orte der Gemeinschaft und der Verkündigung jenseits von Gemeindebauten.
  • Wir machen Angebote zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben, der eigenen Spiritualität. Die Unterstützung der Selbstvergewisserung ist wichtig, um im Alltag authentisch als Christen handlungsfähig und wahrnehmbar zu sein.
  • Wir beziehen das Evangelium und Wirken Christi stärker auf das Alltagsgeschehen der Gläubigen. Dies beispielsweise dadurch, dass aktuelle Themen in den Predigten aufgegriffen werden, die auch junge Menschen ansprechen. Das Wirken der Verbände und Gruppierungen wird stärker in das Zentrum der Gemeinschaft gerückt.
  • Wir nutzen die räumliche Vielfalt in den Gemeinden. Neben Kirchen oder anderen explizit sakralen Orten (z.B. Kapellen in Altenheimen oder Krankenhäusern) findet Verkündigung auch an anderen Orten statt, wie im öffentlichen Raum oder in Kooperation mit den evangelischen Gemeinden. Vorhandene Räumlichkeiten werden flexibel und kooperativ
  1. Liturgie (Leiturgia)
  • Wir stellen den Zugang zur sonntäglichen Eucharistiefeier möglichst an mehreren Orten in der Pfarrei sicher, so lange die Personalsituation und das pastorale Konzept es zulassen. Denn die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt des ganzen christlichen Lebens (LG 11).
  • Wir überprüfen kontinuierlich die liturgischen Angebote in unserer Pfarrei. Ziel ist die Vielfalt in der Liturgie, hierbei sind auch spezifische Schwerpunktsetzungen in an einzelnen Orten denkbar.
  • Wir unterstützen hauptamtliche Liturginnen und Liturgen in ihrer Arbeit durch ausgebildete ehrenamtliche Wort-Gottesfeier-Leiterinnen und ‑Leiter.
  • Wir bieten interessierten Gemeindemitgliedern sowie den Verbänden und Gruppen die Möglichkeit liturgische Angebote mit zu gestalten und selber anzubieten. Im Fokus stehen dabei explizit Familien und Jugendliche, die aktiv einbezogen werden.
  • Wir tragen der Tatsache Rechnung, dass das Wissen um Liturgie und Sakramente unterschiedlich ist. Deshalb bemühen wir uns um ein differenziertes Gottesdienstangebot. Wir wollen eine Gottesdienstkultur, die lebensdienlich ist, möglichst viele Menschen anspricht und sie mit Gott in Berührung bringt.
  1. Dienst am Nächsten (Diakonia)
  • Wir schaffen Strukturen und bieten Möglichkeiten für Menschen, die Unterstützung brauchen. Diese Unterstützung erhalten sie entweder durch das aktive Tun einzelner Gemeindemitglieder oder durch Angebote der Pfarrei. Unser Dienst am Nächsten und der Nächsten sind unabhängig von Kirchensteuerzahlungen.
  • Wir unterstützen die caritativ wirkenden Gruppen in der Pfarrei bei der Vernetzung, untereinander und mit den Institutionen in den Stadtteilen.
  • Wir fördern den Dienst am Nächsten durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsarbeit zu Aktionen und Projekten.
  • Wir stärken das ehrenamtliche Engagement als Basis der organisierten Diakonia in unserer Pfarrei durch Akzeptanz und Wertschätzung. Eine Anpassung der Strukturen wie z.B. das Angebot zeitlich oder thematisch befristeter Projekte, wird unterstützt.
  1. Gemeinschaft (Koinonia)
  • Wir verstehen Gemeinschaft als Möglichkeit, alle Menschen, die an Gott oder unserer Pfarrei interessiert sind, zusammenzubringen – egal ob kirchennah, -fern oder -kritisch.
  • Wir schaffen Räume für Zusammenkunft und Begegnung, die auf die Bedürfnisse der Menschen und Gruppen in unserer Pfarrei ausgerichtet, entsprechend ausgestattet und erreichbar sind.
  • Wir unterstützen die Träger von Gemeinschaft, z.B. Familien, Gruppen und Verbände. Wir fördern die Vernetzung innerhalb der Gemeinden, der Pfarrei und darüber hinaus.
  • Wir sorgen dafür, dass Kinder und Jugendliche in unserer Pfarrei ihren Platz finden können. Die Freiräume, Kreativität und Spontaneität der Jugend ist wichtig, um anstehende Umbrüche in den Gemeinden dauerhaft zu gestalten.
  • Wir brauchen und fördern die Eigenständigkeit der Gemeinschaften. Wichtig ist eine Struktur für die Pfarrei und in den Gemeinden, die dies ermöglicht.
  • Wir machen Angebote, die Gemeinschaft schaffen, dabei spielen Projekte, Feste und gemeinsam genutzte Orte eine wichtige Rolle.
  • Wir sehen Ökumene als Bestandteil gelebter Gemeinschaft.

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